Juni 9, 2026
Innovation in der Gotthardregion: Durchgängige Mobilität von Tür zu Tür in einer Buchung

Das Innotour-Projekt KIMM schliesst eine zentrale Lücke in der Mobilität von Bergregionen: Ab Juni 2026 können Reisende erstmals öffentliche Verkehrsmittel und On-Demand-Angebote in einer durchgängigen Tür-zu-Tür-Reisekette planen und vollintegriert buchen. Ergänzend lassen sich auch Carsharing- und Bikesharing-Angebote in die Reiseplanung einbeziehen und separat buchen. Die innovative Lösung wird in der Ferienregion Andermatt umgesetzt und hat Modellcharakter für touristisch periphere Regionen in der ganzen Schweiz.
Mobilität endet in Bergregionen oft nicht am Ziel, sondern am Bahnhof oder einer Bushaltestelle. Während der öffentliche Verkehr in vielen alpinen Regionen gut funktioniert, bleibt die letzte Meile vielerorts eine Herausforderung. Vergleichsweise geringe Bedienzeiten, tiefere Taktungen und nur saisonal oder gar nicht erschlossene Teilregionen erhöhen die Attraktivität des eigenen Autos. Genau hier setzt das Innotour-Projekt «KIMM» an: Das kombinierte, innovative und emissionsarme Mobilitätskonzept verbindet neue und bestehende Mobilitätsangebote in der Gotthardregion zu einer integrierten Reisekette.
Seit 2023 verfolgt KIMM das Ziel, Mobilität in peripheren Tourismusregionen neu zu denken und besser zu verknüpfen. In der Gotthardregion wurden dafür verschiedene Angebote ergänzend zum bestehenden öffentlichen Verkehr aufgebaut und mit diesem kombiniert: On-Demand-Rufbus, Carsharing und Bikesharing. Bisher fehlte die digitale Integration dieser Angebote. Die neue Buchungsplattform schliesst diese Lücke.
Eine Reise, eine Buchung
Nutzerinnen und Nutzer können eine durchgängige Tür-zu-Tür-Reisekette aus öffentlichem Verkehr und dem mybuxi On-Demand-Angebot in einer einzigen Buchung kombinieren. Ein Angebot, für das es in der Schweiz bislang kaum Vergleichbares gibt. Mit dieser Innovation wird die letzte Meile direkt in die Reiseplanung integriert sowie dank Einbindung auf der örtlichen Tourismusplattform mit den regionalen Angeboten verbunden. Somit reist man bspw. bequem mit dem Zug nach Andermatt und nimmt dann das mybuxi bis vor die Haustüre der Unterkunft. Sponti-Car Carsharing und PubliBike Bikesharing werden ebenfalls in die Reiseplanung eingebunden und ergänzen den öffentlichen Verkehr sowie die On-Demand-Angebote für flexible Wege vor Ort mit dem Bike oder für Ausflüge über die Ferienregion Andermatt hinaus mit dem Auto. Für die Buchung erfolgt jedoch vorerst ein Absprung auf ihre eigenen Systeme.
Die Lösung setzt bewusst nicht auf eine neue isolierte App, sondern wird in bestehende Kanäle und Plattformen integriert. Damit können Gäste und Einheimische die neuen Funktionen dort nutzen, wo sie ihre Reise bereits heute planen. Ein zusätzlicher App-Download ist nicht nötig.
«Mit KIMM zeigen wir, wie innovative Mobilität in Bergregionen funktionieren kann: vernetzt, nutzerfreundlich und auf die realen Bedürfnisse von Gästen und Einheimischen ausgerichtet», sagt Daniel Zumoberhaus, Alpine Mobility. «Die Gotthardregion wird damit zum Reallabor für eine Mobilität, die über die Region hinaus relevant ist.»
Praktischer Nutzen für Gäste und Einheimische
Die digitale Buchungsplattform kombiniert verschiedene Verkehrsträger in einer Reise. Nutzerinnen und Nutzer können Verbindungen nach ihren Präferenzen optimieren, zum Beispiel nach der schnellsten oder bequemsten Variante. So entsteht eine durchgängige Mobilitätslösung, die den öffentlichen Verkehr mit flexiblen Angeboten für die letzte Meile verbindet.
Für touristische Regionen ist diese Entwicklung zentral. Wer ohne eigenes Auto anreist, soll auch vor Ort einfach und flexibel unterwegs sein. Damit umfasst die Tagesplanung neu nicht nur die Aktivität, sondern auch die Mobilität. Gleichzeitig stärkt ein solches Angebot die Standortattraktivität, reduziert die Abhängigkeit vom motorisierten Individualverkehr und unterstützt nachhaltigere Mobilitätsformen.
«Die Herausforderung der letzten Meile betrifft nicht nur die Gotthardregion, sondern viele alpine und periphere Räume in der Schweiz», sagt Daniel Zumoberhaus. «KIMM zeigt, wie bestehende Angebote sinnvoll verknüpft werden können, ohne dass komplett neue Systeme aufgebaut werden müssen.»
Buchbar ab Juni 2026
Der neue digitale Zugang ist ab sofort verfügbar. Der Zugriff erfolgt zum Start unter anderem über alpine-mobility.ch, die Destinationsseite von Andermatt-Urserntal Tourismus oder über mybuxi. Perspektivisch kann die Lösung auch in weitere Kanäle eingebunden werden, etwa auf Websites von Hotels, Tourismuspartnern oder weiteren regionalen Plattformen.
KIMM wird gemeinsam mit den Partnern Andermatt Swiss Alps AG, mybuxi Schweiz AG, Schweizerische Südostbahn AG, Matterhorn Gotthard Bahn AG und der Andermatt-Urserntal Tourismus GmbH umgesetzt und ist eng in die Mobilitäts- und Tourismusentwicklung der Gotthardregion eingebettet. Unterstützt wird das Projekt von Innotour, dem Förderinstrument des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO. Zusätzlich wird das Projekt durch die Albert Köchlin Stiftung im Rahmen des Förderinstruments «clever unterwegs» in der Kategorie Reallabor unterstützt sowie durch die Gemeinde Andermatt.
